Foto: S. Hauptmann (Großer Saal der HMT Leipzig, 2007)


Programme

"Zyklus für Jazz-Orchester" (Komp. / Arrg.: Stephan König)
"Hommage á Duke Ellington" (Arrg.: Stephan König)
Tango-Programm mit Tobias Morgenstern (akk) a.G. (Arrg.: Stephan König)
"Hommage á Johann Sebastian Bach" (Arrg.: Stephan König)
"The Music of 007 - James Bond" (Arrg.: Stephan König)
"LeipJAZZig-Orkester & Richard Galliano, akk (F)" (Komp. / Arrg.: Stephan König)
"Konzert für Klavier und Jazz-Orchester" (Komp./Arrg.: Stephan König)
"MICHAEL JAZZSON" (Komp.: Michael Jackson, Arrg.: Stephan König)
"Die Meisterspieler - Opern ohne Worte" (Komp.: Richard Wagner, Arrg.: Stephan König)
"elm & oak" - Liederzyklus nach Texten von Dylan Thomas für Chor und Jazz-Orchester (Komp.: Stephan König)
"Fascinating Rhythm - LeipJAZZig-Orkester plays George Gershwin" (Arrg.: Stephan König)
"LUCID DREAMS - Konzert für Klavier, Jazz-Orchester und Kammerorchester" (Komp.: Stephan König)
"Die Planeten" Gustav Holst - 1914, Jazz-Bearbeitung: Stephan König - 2014
"Mozart in Jazz" (Jazz-Bearbeitungen: Stephan König)
"SOLARIS - a jazz-symphonic poem" für Klavier, Jazz-Orchester und Kammerorchester" (Komp.: Stephan König)
LeipJAZZig-Orkester plays the music of the "Yellowjackets" (Arrg.: Stephan König)



Mitwirkung bei den 23. Leipziger Jazztagen (1999) (Rezension siehe unten)
Mitwirkung beim Chemnitzer Festival "Begegnungen" 2000 (Rezension siehe unten)
Mitwirkung beim Bachfest Leipzig 2001 (Rezension siehe unten)
Mitwirkung beim Jazz-Festival Münster 2006
Mitwirkung bei den 30. Leipziger Jazztagen (2006) (Rezension siehe unten)
Mitwirkung beim Leipziger Bachfest 2007
Konzertreise China 10/2007 (Jazzfestival Nanjing,
Foto-Galerie LeipJAZZig-Orkester Nanjing/China 10/2007
Mitwirkung bei den Wagner-Festtagen Leipzig 2010 (Fotos/Rezension siehe unten)
Mitwirkung bei den 15. Görlitzer Jazztagen (2010)
Jazz-Festival - FOTO-Galerie
Mitwirkung bei den 19. Stelzenfestspielen bei Reuth (2011)
Mitwirkung bei den 21. Stelzenfestspielen bei Reuth (2013)
Mitwirkung beim Mozartfest Chemnitz 2014
Mitwirkung beim Bachfest Leipzig 2014
Mitwirkung bei den LeipJAZZig-Festivals 1998-2016


 

Die CDs "LeipJAZZig-Orkester - Vol.1 und Vol.2" sind beim Label querstand erschienen - www.vkjk.de
CD LeipJAZZig-Orkester Vol. 1  CD LeipJAZZig-Orkester Vol. 2
...zur Rezension "Leipziger Volkszeitung", 20.01.2006


CD Vol. 1: Ausschnitte, 1min

ORKESTER Nr. 4 - Twelve Points
ORKESTER Nr. 8 - Russisch Brot

ORKESTER Nr. 9 - Nordlicht
ORKESTER Nr. 10



CD Vol. 2: Ausschnitte, 1min

Ballade für Jazz-Orchester (Part 1)
Konzert für Klavier und Jazz-Orchester (1. Satz)
Toccata con Fuga in Jazz


Alle Kompositionen: Stephan König, außer: "Toccata con Fuga in Jazz": J.S. Bach / St. König.
Hörer-Zuschriften zu: "Ballade für Jazz-Orchester" (König)


 
Besetzung
 
Thomas Prokein (vl)
Christoph Schenker (vc)
 
Frank Nowicky (fl,alt-sax,ten-sax,cl)
Michael Arnold (ten-sax,alt-sax,sopr-sax,cl)
Henning Plankl (alt-sax,bar-sax,cl,bass-cl)
Michael Breitenbach (sopr-sax,alt-sax)
 
Frank Bartsch (trp)
Gundolf Nandico (hrn)
Natascha Zickerick (tba)
 
Frank Kaiser (git)
Wolfram Dix (vib,perc)
Stephan "Grete" Weiser (bg)
Wieland Götze (dr)
 
Stephan König (ld,p,key,komp,arr)
 


LeipJAZZig-Orkester, 2007, Grosser Saal der Hochschule fuer Musik und Theater Leipzig
Oper Leipzig, 23. Leipziger Jazztage (1999)

Rezension zu den 23. Leipziger Jazztagen im JAZZPODIUM 11/99
Eine aus örtlichen Talenten zusammengesetzte, vierzehnköpfige Band verhieß nicht von vornherein ein aufwühlendes Konzerterlebnis. Jedoch auch hier: eine große Überraschung. Das unkonventionell mit Geige, Cello, Horn, Tuba, den meisten Klarinettentypen und auch einigen "erwarteten" Instrumenten besetzte LeipJAZZig-Orkester spielte ohne alle dillettantische oder akademische Steifheit ein stilistisch breit ausgelegtes Programm seines Leiters Stephan König. Folklore-Motive werden kurz durch die Bartok-Brille betrachtet, bevor sie mit Rock-Jazz-Power aufgeladen werden; eine kleine Fuge schleicht sich ein, Hard-Rock-Anmutungen werden gestreift, Willem Breuker'scher Zirkustrubel im Galopp durchlaufen, und am Schluß gibt es ein Potpourri verbogener Zitate von "Der Mond ist aufgegangen" bis "In the Mood". Schöne, lichte Stimmführungen, originelle Klangkombinationen, gut geführte Solisten - nach dem im Rheinland seit langem etablierten Klaus König sollte auf der nationalen Ebene ein zweiter König der Partitur und Orchestereinstudierung begrüßt werden: der mit Vornamen Stephan.
Ulrich Olshausen
Rezension in der Leipziger Volkszeitung vom 03.05.99
(...) Tags darauf: das "LeipJAZZig-Orkester", geleitet von Stephan König, enthusiasmiert das bis zum letzten Barhocker besetzte "Kosmospolitan" mit Ellington -Bearbeitungen und Sätzen aus dem "Zyklus für Jazz-Orkester" des Leipziger Bandleaders. Wie keinem zweiten gelingt es ihm, das Potential der lokalen Szene zu fokussieren und bereits bei den Kompositionen und Arrangements solistische Fähigkeiten zu bedenken, um ein dichtes Geflecht individueller Stimmen und kollektiver Sounds zu erzeugen. Verve und Vitalität der Band lassen an das frühe "Vienna Art Orchestra" denken. Doch die Klasse von König ist längst darüber hinaus. Er ist - samt Band - dort am besten, wo er unkonventionell arbeitet, ohne nach Originalität zu haschen. Die Begeisterungsfähigkeit und Überzeugungskraft des Orchesters entzündet sich an der Potenzierung des Individuellen, die Stephan König mit starker Klangphantasie in Szene zu setzen weiß.
Bert Noglik
Rezension in der Volksstimme Magdeburg vom 28.10.00
Im Jubiläumsjahr der Freien Kammerspiele Magdeburg hatten auch Jazz-Freunde etwas zu feiern: das 100. Konzert der Reihe "Jazz in der Kammer". Und wenn er im Vorfeld von qualitativ hochwertigem sprach, hatte Initiator Warnfried Altmann nicht zuviel versprochen. Vor zahlreich erschienenem Publikum und nach einigen, an besondere Highlights aus der Geschichte der Reihe erinnernden Worten, gab er die Bühne frei für das LeipJAZZig-Orkester, eine Big-Band mit wahrhaft eigener Note.
Urplötzlich erfüllt ein völlig ungeahnter Sound den Raum, kriecht in jeden Winkel - packend, ergreifend, alles in seinen Bann ziehend. Herrlich umsäuselt er das Ohr des Zuhörers und alles wird zu einer unendlichen musikalischen Reise. Zwar unter der stilistischen Klammer des Jazz einzuordnen, aber doch irgendwie als völlig Eigenständiges erklingen nun Werke, die vor Genialität nur so strotzen. Klassische Kompositionstechniken mischen sich mit Rock und Techno, indische Folklore legt die Basis für HipHopiges. Weiterhin machen sich balkanrhythmische und zwölftontechnische Elemente breit.
Bandleader, Pianist und zugleich Komponist und Arrangeur der Formation, Stephan König, schwört ganz bewußt auf Vielseitigkeit und beweist die Existenz interkultureller musikalischer Wurzeln, in dem es ihm gelingt, in seinen Werken alles nahezu unkompliziert miteinander verschmelzen zu lassen.
Als hilfreich für die Realisierung von Königs Ideen erwies sich die eigens zu diesem Zwecke zusammengestellte Big-Band, eben das "LeipJAZZig-Orkester", das schon wegen seiner ungewöhnlichen Besetzung aus dem Rahmen fiel: vier Saxofone/Klarinetten, Gitarre, Piano, Trompete, Horn, Tuba, Violine, Cello, Bass, Percussion und Drums. Aus ihrem Zusammenspiel als ganzen Ensemble, immer wieder abgelöst durch Dialoge zweier sonst selten gemeinsam gehörter Partner, wie z.B. Tuba - Querflöte oder Cello - E-Bass, ergab sich ein höchstinteressantes Klang- und Rhythmusgeflecht. Es steigerte sich durch Improvisationen, also die spontanen individuellen Äußerungen jedes Einzelnen, in seiner Intensität.
Das "LeipAZZig-Orkester" - extrem hörenswert !
Roger Tietke
Rezension in der FREIEN PRESSE Chemnitz vom 14./15.10.2000
Musik ist uns oft weit voraus. Selbst wenn sie aus dem Gestern kommt, überholt sie uns und kündigt etwas an, worauf wir uns freuen können. Musik klingt meist gegen die Maschinen. LeipJAZZigs Musik klang mit den Maschinen, für einen kurzen, hellen, dunkelroten Moment stimmten, von den Freie-Presse-Mitarbeitern klug dirigiert, die metallenen Achterbahnen, über die sonst die Zeitungen rollen, in den Klang aus Holz- und Blechbläsern, Gitarren, Vibraphon, Flügel, Schlagzeug, Geige und Cello ein. Für einen Augenblick wurden aus den Maschinen freundliche Begleiter.
Kaum 200 Jahre ist es her, daß die Menschen gegen die verhaßten Ungetüme anstürmten, die doch erfunden wurden, um ihnen die Arbeit zu erleichtern, um in Massen herzustellen, worauf sich zuvor nur wenige freuen konnten. Vielleicht ahnten die Maschinenstürmer, daß ihnen die dampfenden, stampfenden Apparate ihre Ordnung, ihre Disziplin aufzwingen würden, daß der Wohlstand seinen Preis haben würde. "Es hat einfach gereizt, diese Maschinen in die Musik einzubeziehen", sagt Stephan König, der Chef des LeipJAZZig-Orkesters, der auch vom Ambiente der riesigen Produktionshalle begeistert war: "Ein schöner Raum für solch ein großes Orkester". Auf das "k" legt er Wert. Weil die Band aus Solisten besteht. Ihre Stärke aber liegt in der Organisation der solistischen Talente zu einem auch in den Dissonanzen perfekt harmonierenden Klangkörper aus vielen Zellen. Die kommunizieren miteinander wie Menschen und nicht nur in gewohnten Duetten: Horn und Violine, Trommeln und Flöte, Flügel, Trompete und Saxophone finden sich zu wechselnden, mobilen multikulturellen Gemeinschaften, denen das Miteinanderleben offensichtlich unbändigen Spaß macht. Königs Kapelle bedient sich unverfroren in allen Schubladen. In LeipJAZZigs Musik leben Juden und Araber, der auf Sicherheit bedachte deutsche Michel und der aufmüpfige Jakobiner, die lebenslustigen Balkanvölker und schwermütige Nordländer längst friedlich zusammen und bauen fantasievoll an einem gemeinsamen Haus mit vielen Nischen. (...) LeipJAZZigs Eine-Welt-Musik vereint jiddisches Gefiedel und Mittelmeer-Perkussion, Klassik mit Zwölftonmusik, Säbeltanz mit Gassenhauern und setzt sich so zwischen alle Stile. (...) Stephan König führt die solistischen Ausflüge immer wieder zu "orchestraler" Wucht zusammen, die vom Publikum mit viel Applaus honoriert wird. (...)
LeipJAZZig nimmt mit, was musikalisch am Wege liegt; nimmt auch das Publikum mit. Keiner muß zurückbleiben. Reisende soll man nicht aufhalten. Wir begegnen uns wieder.
Matthias Zwarg
Rezension in der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.01
> Stephan Königs LeipJAZZig-Orkester brachte den Marktplatz zum Kochen <
 
(...) 8000 Bach-Fans lauschen einträchtig den Grenzgängen zwischen Alter Musik und Jazz, genießen Bandoneon-Klänge ebenso wie die harschen Darmsaiten-Töne des Freiburger Barockorchesters. (...) Dann das großartige Finale: Der Leipziger Jazz-Guru Stephan König hat den Beginn von Bachs Glückwunschkantate "August lebe, lebe König" für sein LeipJAZZig-Orkester ausgefeilt bearbeitet. Den traditionellen Instrumentalpart spielt das Iturriaga-Quartett, die amarcordler singen den Glückwunsch.
Da tobt der Markt endgültig. (...)
Hagen Kunze

Jubiläumskonzert: 5 Jahre LeipJAZZig-Orkester 26. Juni 2003, Kosmopolitan Leipzig
Vor fünf Jahren konstituierte sich die absolutistische Demokratie des LeipJAZZig-Orkesters. Die All-Star-Band repräsentiert seither in leicht variierender Besetzung die rege Jazzszene in und um Leipzig. Ihr Leiter, Stephan König, ist im weitesten Sinne ein Meister der Tonkunst. Der Jazzprofessor versteht es, das Kammer-Orkester wie Ton in seinen Händen zu formen, ihm, je nach Anlaß, mal diese, mal jene musikalische Form zu geben. So schuf König über die Jahre fünf feste Programme, die sich thematisch stark voneinander unterscheiden. Stilistisch verwehren sich seine Kompositionen und Arrangements jedweder Einordnung; sie kreisen ellipsenartig um Bach, Ellington, Bregovic und die Rolling Stones (um nur einige Beispiele zu nennen). Allen gemein ist die rhythmische Struktur des Jazz sowie ein Hang zum Extraordinären. Trotz der kompositorischen Dichte des musikalischen Materials bleibt den Musikern genügend Spielraum zur individuellen Klang-, Harmonie- und Ton(folgen)erzeugung - bei 14 Beteiligten ein reizvolles Unterfangen, das jedes Konzert zum Unikat werden läßt. Unvergessen etwa das grandiose Konzert zu den Leipziger Jazztagen 1999 in der Oper, oder das Konzert im Rahmen der Bachtage 2001 auf dem Leipziger Marktplatz.
Die Einzigartigkeit des Jubiläumskonzertes bestand darin, das den Gästen ein Best-of-Programm geboten wurde, welches zugleich Resümee vergangener und Vorschau auf zukünftige Aktivitäten des Ensembles war.
Nico Thom, www.leipzig-almanach.de


Rezension Leipziger Volkszeitung, 07.10.2006
Inniger Dialog entfernter Welten
- Wechselvoller zweiter Abend bei den Leipziger Jazztagen

Es war an diesem ersten Schauspielhausabend der 30. Jubiläumsjazztage nicht unbedingt zu erwarten, dass sich die Ereignisse im gut gefüllten Saal so steigern würden. Drei Konzerte, die alle mehr oder weniger mit Leipzig oder zumindest Sachsen zu tun hatten, wirkten auf dem Programmzettel eher wie ein konzeptioneller Vorschein auf die Folgetage. Und wurden dann doch weit mehr, wenigstens zwei davon. Die führten auf nachhaltige und durchaus unverhoffte Weise vor, wie dieses Ineinanderdriften von Kulturen funktionieren kann - und die Summe mehr ergibt als die Adition der Teile. (...)
Wie auch das sensationelle Heimspiel von Stephan Königs LeipJAZZig-Orkester mit dem französischen Akkordeonisten Richard Galliano. Er ist einer der Hauptverantwortlichen, wenn momentan weltweit das Schifferklavier mit quicklebendiger Melancholie an Land geht. Doch hörte man eben nicht nur das allbekannte Star-steht-vor-Orchester-Programm, sondern eine höchst intelligent arrangierte, dichte, temposcharfe Kurzweil. Bigbands sind die spektakulärsten Unternehmungen des Jazz, sie haben einen leichten Hang zum Größenwahn und einen schweren zu Disziplin und Raffinesse. 16 Musiker auf der Bühne in diesem Fall, Individualisten an der Leine ihres Leaders Stephan König, der es mit diesem Auftritt geschafft haben sollte, zu einem frischen Leipziger Exportartikel aufzusteigen.
Ulrich Steinmetzger

JazzPodium 10/2007
CD LeipJAZZIG-Orkester "Volume 2", VKJK 0706

Leipzig gilt schon seit Jahrzehnten als eine Hochburg, auch des experimentellen Jazz. Wie weit diese Musik vor Ort tatsächlich gelebt wird, zeigt sich am jährlich im Herbst stattfindenden und überaus gut besuchten Festival in der Messestadt. Die Grundvoraussetzung hierfür ist jedoch eine kontinuierliche Basisarbeit, die für die Öffentlichkeit meist weniger spektakulär aufbereitet wird, als die glänzenden Konzerte in der Oper oder im Schauspielhaus.
Was nicht heißt, dass das musikalische Ergebnis in den Clubs und Kellern der Stadt nicht aufregend wäre. Bestes Beispiel ist das seit zehn Jahren bestehende LeipJAZZig-Orkester unter der Leitung von Stephan König. Diese Big Band ähnliche Formation spielt eine konzentrierte Melange aus unterschiedlichsten Stilen und erstaunlichsten Befindlichkeiten. Der Jazz fungiert als eine Art Nahtstelle, als der feinnervige Übergang von zeitgenössischen Kompositions- und Improvisationsritualen und lebendigen Traditionen. Was in dem jetzt als CD erschienen zweiten Teil eines Konzertes in der Leipziger Hochschule für Musik und Theater zuerst auffällt, ist die Vitalität, mit der hier musiziert wird. König verbindet in der "Ballade für Jazz-Orchester" und dem "Konzert für Klavier und Jazz-Orchester" all die Einflussbereiche sehr moderat miteinander, denen er in seiner Arbeit als Pianist, Komponist, Arrangeur begegnet. Theatermusik im Sinn Kurt Weills, Bach-Vertonungen, Rock, Pop und Funk, freie Improvisationen - Stephan König fürchtet sich vor keinem Genre. Hemdsärmelig klingen seine Adaptionen und die Band, bestehend ausschließlich aus Solisten, scheint sich in einen wahren Freudentaumel zu spielen, der schnell auf den Hörer übergreift.
Jörg Konrad


Rezension Leipziger Volkszeitung, LVZ, 24.05.2008
Ein Haufen von Individualisten im Einklang
- Stephan Königs LeipJAZZig-Orkester feiert seinen zehnten Geburtstag und eröffnet mit einem fulminanten Konzert das 13. LeipJAZZig-Festival

Donnerstagabend im UT Connewitz. Festival-Organisator Thomas Moritz verteilt Sekt an das LeipJAZZig-Orkester. Gefeiert wird das zehnjährige Bestehen des aus versierten Solisten bestehende Ensembles. Stephan König, Kopf des Orkesters, schickt eine warmherzige Liebeserklärung an seine 13 Musiker: "Wir führen eine wirklich gute Beziehung." 13 sei eine Glückszahl, meint er zur Eröffnung des 13. LeipJAZZig-Festivals.
Bezogen auf seine Formation trifft das in jedem Fall zu. Selten sieht und hört man einen Haufen Individualisten so im Einklang zusammenspielen. So viel Leidenschaft, gute Laune und Humor steckt das Publikum an, das Konzert wird zur großen Party. Der Maestro besticht durch Lässigkeit und tischt ein abwechslungsreiches Menü auf. Die Bearbeitung eines chinesischen Volksliedes, die im Herbst letzten Jahres in China vorgestellt wurde, begeistert ebenso wie die großartige verjazzte Version von Mozarts Jupiter-Sinfonie. Verhalten leise oder melancholisch beginnen manche Stücke, und arten dann in einen fulminant bombastischen Klang-Orkan aus. Ob Funk, Klezmer oder orientalische Töne, es wird viel mit Stilen gespielt. Im letzten Stück vor den zahlreichen Zugaben zitiert das Orkester bekannte Melodien von der Carmen-Ouvertüre über Glenn Millers "In the Mood" bis zur Marsellaise. König unterbricht den Reigen jeweils mit einer Trillerpfeife.
Humor beweist die Truppe auch bei den über den Abend verteilten Duellen. Christoph Schenker am Violoncello trägt ein Wettknarzen mit Bassist Hendrik Bertram aus. Der instrumentale Flirt des barfüßigen Michael Breitenbach an der Bassklarinette mit Gitarrist Frank Kaiser ist ein Höhepunkt für sich. Und wenn Gundolf Nandico des Meisters Pianospiel mit Horntönen beantwortet, die stark an Verdauungsvorgänge erinnern, lachen Ensemble und Publikum gemeinsam.
"Auf die nächsten zehn Jahre!", sagt Stephan König und prostet den Mitmusikern zu. Bei einem so gelungenen Auftakt des 13. LeipJAZZig-Festivals kann man sich seinem Wunsch nur anschließen.
Janna Kagerer


Rezension Leipziger Volkszeitung, 28.11.2009
Leipjazzig-Orkester - Michael Jackson wird Michael Jazzson

Die letzten Takte des Earth Songs sind gerade verklungen, da erhebt Pianist und Dirigent Stephan König noch einmal die Stimme: "Ich glaube, es ist wirklich so. Er hat uns heute irgendwie zugehört." Mit "Er" meint der Leiter des Leipjazzig-Orkesters natürlich den King of Pop höchstpersönlich. Einen Sitzplatz allerdings hätte auch Michael Jackson an diesem Abend im UT Connewitz nicht mehr bekommen, höchstens einen Stehplatz an der Bar. Eigentlich wollte die Leipziger Bigband ihr neues Programm mit dem Titel "Michael Jazzson" in der naTo präsentieren. Ein Dachschaden vereitelte jedoch dieses Vorhaben und so fanden die Musiker und ihre Gäste Asyl unter dem hohen Gewölbe des UT Connewitz.

Mit viel Lust am Spiel, ohne Angst vor Pathos und doch mit kühnem Augenzwinkern zollen 13 Männer und eine Frau (Natascha Zickerick an der Tuba) dem Schöpfer jener Songs Respekt, die sie an diesem Abend in ein harmonisch neu gestricktes Gewand kleiden. Ein rhythmisches Kopfnicken in sämtlichen Sitzreihen bezeugt, dass Königs Adaptionen die versammelten Generationen überzeugen. Und vielleicht ergeht es Ihm ebenso wie manch anderem Konzertbesucher: Augenblicklich vergisst man, dass es einmal eine andere Version von "Black or White" oder "Thriller" gegeben haben könnte.

Ein solcher 14-köpfiger, wendiger, immerzu zum Sprung bereiter Klangkörper ist nicht nur schön zu hören, sondern auch schön anzusehen: musikalischer Beziehungsreichtum ausgedrückt in lauter Blicken, Gesten, Schmunzeln, Lachen. König, der Maestro am Piano, sorgt mit erhobener rechter Hand für die ausgewogenen Einsätze der freien Soli sowie Duette zwischen Bläsern, Streichern und der Bass-Gruppe. Mit fallender Hand führt er seine Musiker sicher zurück ins Tutti, und mit herzlichem Lächeln bedanken sich die Solisten für jeden Zwischenapplaus.

Jedoch nicht alle Gäste sind gekommen, um vorwiegend den Bearbeitungen von Jacksons großen Hits zu lauschen. Einige treue Fans der Formation freuen sich vor allem, einmal wieder Königs Eigenkompositionen zu Gehör zu bekommen. Zwei große symphonische Dichtungen bildmächtig und anspielungsreich, mit Anleihen bei der Minimal Music, stehen im Zentrum des Programms, bevor man zu Billie Jean und Co zurückkehrt: Die Ballade für Jazz-Orchester sowie das Konzert für Klavier und Jazz-Orchester. Mit großen Schwung zwischen höchster Anspannung und tiefster Entspannung machten die Solokünstler aus Leipzig, Dresden und Berlin diesen Abend zu einem Höhepunkt des Leipjazzig Herbstes 2009.
Christine Kükenshöner


  
Fotos: Sebastian Willnow - info@sebastianwillnow.de - www.sebastianwillnow.de

Rezension Leipziger Volkszeitung, 22.05.2010
Wagner-Festtage: Meisterspiel auf dem Partydampfer

Wagner muss nicht sehr nach Wagner klingen. Wenn Stephan König sich seiner annimmt und das "LeipJAZZig-Orkester" und damit 14 erstklassige Solisten ins Boot holt, dann beschert er den Leipziger Wagner-Festtagen eine weitere Eigenwilligkeit: "Meisterspieler - Opern ohne Worte" war der Donnerstagabend in der Schaubühne Lindenfels überschrieben.

König hat Themen aus Rienzi, Meistersingern, Fiegendem Holländer, Lohengrin und dem Ring des Nibelungen neu arrangiert. Lächelnd und tänzelnd folgt eine groovende Bande dem Initiator und Dirigenten, der am Blüthner-Flügel den Ton angibt. Schon mit dem Thema aus den Meistersingern setzt sich eine Klanglawine in Bewegung. Spätestens beim eigenwilligen Arrangement auf den Fliegenden Holländer wird die Schaubühne zum Partydampfer. Windmaschine und Donnerblech erzeugen eine Kakophonie aus verbogenen Klängen, schrillem Lärm und donnernden Soli, so dass wohl jeder am Ende glauben kann, dem Tod knapp entronnen zu sein - wie es Wagner ja am eigenen Leib erfahren musste.

Zwischendurch präsentiert König ein eigenes Werk. Einen treibenden Beat mit jazzigen Melodien und etlichen Soli. Die Farbtupfer der 14 Musiker verschmelzen zum farbenfrohen Gesamtbild. König bleibt dennoch der Maler, der die Macht über die Farben hat und tönende Demokratie auf der Bühne eher selten zulässt.

Bei der Annäherung an Wagners Lohengrin wird der Saal zum Zirkuszelt: treibender Rhythmus, Knalleffekte mit Tuba und Trompete, bräsige Einwürfe der Saxophonisten. Alles explodiert und gipfelt im feierlichen Reigen des Hochzeitsmarsches. Nicht nur die Band findet sich, auch Liebespaare im Publikum rücken näher zusammen. Lächeln, zustimmendes Nicken für Virtuosität, kompositorische Eigenwilligkeit und thematische Vielfalt. Kaum ist diese musikalische Gratwanderung über Wagners Gipfel vollbracht, spielt Tubist Frank Loose in der Zugabe ein dröhnendes Kalinka ohne Zucht und ohne Ordnung - wie Wagner in seiner Leipziger Zeit.

Rasmus König


Rezension Leipziger Volkszeitung, 30.06.2011

Leichte Wege durch nächtliche Wälder

Stephan König, Leipjazzig-Orkester und Hochschul-Jazz-Chor mit Uraufführung von eigentümlichem Zauber

Zwei ältere Kompositionen, eine Uraufführung und eine Zugabe, die einen Teil des Publikums im wahrsten Sinne von den Sitzen riss - am Dienstag luden Stephan König und sein Leipjazzig-Orkester in den großen Saal der Hochschule für Musik und Theater.

Von Steffen Georgi

Und wie immer bei solchen Veranstaltungen, ist ein derart sommerlicher Abend wie der vom Dienstag eine heikle Sache. Aber die Plätze sind dann doch ganz gut gefüllt und in den ersten drei Reihen sogar mit einer Gruppe russischsprachiger Teenager. Was nicht nur das sonst ja eher gehobene Durchschnittsalter des typischen Jazzpublikums hübsch nach unten korrigiert, sondern im Finale auch noch für einen herrlich frischen Wind an Begeisterung sorgen soll.

Dabei beginnt der Abend mit einem "Konzert für Klavier und Jazz-Orchester" erst einmal gediegen. (...) Doch schon die folgende "Ballade für Jazzorchester" (2006) komprimiert sich dynamischer, ist verspielter und konzentrierter zugleich. Und wirkt partiell wie ein Intro zu dem, was das Leipjazzig-Orkester nach der Pause mit "Elm & Oak", einem Liederzyklus nach Texten des walisischen Dichters Dylan Thomas, bietet.

Unterstützt werden die Musiker dabei vom Jazz-Chor der Hochschule. Der nun besteht ausschließlich aus Instrumentalisten. Doch was ob dieses Umstandes gesangstechnisch nicht immer ganz sauber funktioniert, fängt eine Komposition auf, die sich geschickt und suggestiv im Atmosphärischen bewegt.

König suchte sich für seine Vertonungen sechs Gedichte aus, die Dylan Thomas allesamt Bäumen und Waldszenen zueignete. Und schon beim ersten Stück "Forest Picture" entfaltet sich dabei der eigentümliche Zauber eines nächtlichen Waldgangs. Ein Tasten und Locken und Irrlichtern. Erst sanft mit Vibraphon, zu dem sich Piano und Gitarre gesellen. Dann der Chor. Und wie der anhebt, umgarnt von einer sich kontinuierlich steigernden Musik, scheint als ein wunderbarer Widerhall von Benjamin Brittens großartiger Mittsommernachtstraum-Oper "Night and Silence" auf. Ein Widerhall nur, wie gesagt. Denn Königs Kompositionen sind autonom genug für jazzig-leichte eigene Wege durch nächtliche Wälder.

Wege, denen man diesem zweiten Teil des Abends bedingungslos folgt. Der Applaus unterstreicht das - doch zur oben erwähnten vehementen Begeisterung bedarf es dann doch noch der Zugabe: "Russisch Brot" heißt die und ist eine musikalisch wilde Jagd mit Kalinka-Anleihen. Und tatsächlich schnellen da die ersten Reihen wie auf Knopfdruck von ihren Plätzen. Zum tollen Finale eines gelungenen Konzertes.



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Kontakt
Stephan König, Kurt-Eisner-Str. 92, D-04275 Leipzig, www.st-koenig.de
Tel/Fax +49(0)341 - 590 60 40, mail(at)leipjazzig-orkester.de





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